Coop-Mitarbeitende für bessere Arbeitszeiten, Vereinbarkeit Beruf/Familie und Löhne

In Bern haben sich die Coop-Delegierten der Gewerkschaft Unia zu ihrem Fachgruppentreffen zusammengefunden. Sie diskutierten, wo sie bei Coop Handlungsbedarf sehen: bei Arbeitszeiten, Vereinbarkeit von Berufs- und Privat/Familienleben sowie den Löhnen. Die Läden sind seit 2020 im Hoch – jetzt ist das Personal an der Reihe!

Anfang Juni hatte die Unia-Verhandlungsdelegation dem Personalchef von Coop, Luc Pillard, rund 400 Postkarten von Coop-Mitarbeitenden überreicht. Die Karten wurden in Coop-Filialen und online geschrieben. Die lebendigen Testimonials machen klar: Coop-Angestellten wünschen sich vor allem Verbesserungen beim Lohn, bei den Arbeitszeiten und der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. «Mehr Zeit zum Leben» fordern auch die Delegierten der Fachgruppe Coop an ihrem Treffen in Bern.

Arbeiten rund um die Uhr macht krank

Stress, Druck und flexible Arbeitszeiten (lange Arbeitstage, Einsätze in Randzeiten und am Wochenenden) gehören zum Alltag des Verkaufspersonals. Das permanente Arbeiten rund um die Uhr macht krank und erschwert es, das Berufs- und Sozial- beziehungsweise Familienleben zu vereinbaren.

Die Coop-Delegierten wollen keine zusätzliche Flexibilisierung der Arbeitszeiten und keine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten am Morgen oder am Abend. Sie fordern hingegen mehr Zeit für ihr Privat- und Familienleben sowie eine bessere Planbarkeit, zum Beispiel mit regelmässigen freien Tagen, auch am Wochenende.

Ein Jahr nach der Pandemie sind die Detailhandelsgeschäfte im Hoch. Im vergangenen Jahr stieg mit den Umsätzen auch die Wertschöpfung. Dem Detailhandel geht es aber nur gut, weil das Personal Ausserordentliches leistet. Die Arbeitgeber der Branche tun gut daran, deren Leistung auch entsprechend zu honorieren – die oben genannten Forderungen gelten demnach für die ganze Branche.