Die Arbeitnehmenden bei XPO Logistik setzen Sozialplan durch

Ende Juni brach in der Genfer Filiale des US-Multis XPO ein Streik von noch nie dagewesenem Ausmass in der Schweizer Logistik aus. Dank ihrer Entschlossenheit setzten die Arbeiter einen Sozialplan und den Erhalt zahlreicher Arbeitsplätze durch.

Die Unia begrüsst das in diesem schwierigen Konflikt erzielte Ergebnis. Und es stand nicht von vornherein fest: Das multinationale Unternehmen hatte wiederholt zu verstehen gegeben, dass es jegliche Verhandlungen ablehnen würde. Es ist offensichtlich, dass das nun vorliegende Resultat der Mobilisierung des Genfer Personals der XPO Logistics zu verdanken ist. «Wir bekamen die Antworten, auf die wir seit Monaten gewartet hatten. Die Solidarität unter den Kollegen war stark, und nur der Streik ermöglichte es uns, in diesem Konflikt voranzukommen», sagt Junior, einer der Personaldelegierten.

Der Sozialplan für die rund 30 Mitarbeitenden der XPO Logistik sieht unter anderem eine nach Alter, Dienstalter und Beschäftigungsgrad abgestufte Entschädigung sowie insbesondere die Fortführung einzelner Arbeitsverträge vor.

Sozialplanpflicht verbessern

Obwohl der Arbeitskampf bei XPO letztlich zu einem akzeptablen Sozialplan geführt hat, hat er auch die Limiten der derzeitigen gesetzlichen Grundlagen aufgezeigt. «Die Arbeitnehmenden sind in der Schweiz zu wenig geschützt. Einerseits konnte das Unternehmen trotz Kurzarbeit, die eigentlich dem Erhalt von Arbeitsplätzen dienen soll, die Leute am Ende entlassen. Das ist ein Missbrauch des Systems. Und andererseits sind Sozialpläne nicht in allen Fällen von Massenentlassungen obligatorisch. Hier braucht es eine Gesetzesanpassung», erklärt der zuständige Gewerkschaftssekretär Umberto Bandiera.